3. Platz
URBANOPHIL.KOELN Stadtplaner BDA
Köln
Philipp Skoda
kb2 atelier Bonon Kaufel GbR
Köln
Marcello Bramigk Bonon, John Paul Kaufel
weihrauch + fischer GmbH
Solingen
Susanne Weihrauch, Gunter Ulrichs Fischer
Mitarbeitende: Stoil Valeov, Aditya Harsh
Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll
Das Preisgericht beurteilt das Konzept der Verteilung der Baumasse und Freifläche grundsätzlich positiv. Im Norden entsteht ein kompaktes ggf. zu dichtes BusinessQuartier, im Süden eine großzügige, zusammenhängende baumbestandene Freifläche. Im nördlichen Wettbewerbsgebiet bleibt ein angemessen großer Platz mit guter Aufenthaltsqualität unbebaut. Der Sportbunker, eine Cafeteria mit südlich ausgerichteter Aussengastronomie und ein kleines Bürgerzentrum werden den Platz sinnvoll beleben können. Der Antonius-Platz markiert weiterhin das Ende sowie den Anfang des Bumerangwegs und stellt die denkmalgeschützte St. Antonius Kirche räumlich in den Fokus.
Das BusinessQuartier ist im Bedarfsfall über den Kreuzhof anfahrbar. Einige Stellplätze befinden sich in angemessener Anzahl als Querparker an dieser ruhigeren Straße. Die Fuß- und Radwegeerschließung von Süden ist über den Weg neben der Bürgerhalle gesichert. Positiv werden die zahlreichen Fahrradabstellmöglichkeiten im Sockel beurteilt. Die Quartiersgarage wird unmittelbar von der Hauptstraße erschlossen, eine sinnvolle Fußwegebeziehung zum Quartier wird nicht dargestellt. Die Garage, ohne prägnante Wegebeziehung zum BusinessQuartier wird der Rolle der Adressbildung an der Hauptstraße nicht gerecht.
Die Verteilung der Baumassen in Sockel und Aufbauten wird kontrovers diskutiert. Positiv wird die solitärhafte Wirkung der aufgelockerten Aufbauten beurteilt. Der ca. 8 Meter hohe, repräsentative Sockel ist zwar raumbildend, wird teils aber mit untergeordneten Nutzungen belegt. Auf die unterschiedliche Geländehöhen reagiert der Sockel leider nicht. Die Gebäudetiefe der Büroeinheiten ist mit 14 Metern eher schmal, dennoch entstehen an der ein oder anderen Stelle bereits Überlagerungen der Abstandsflächen. Die nur 210 qm großen Nutzflächen je Etage wird als deutliche Einschränkung der Flexibilität und Wirtschaftlichkeit beurteilt.
Freiraum
Der Bumerangweg und die Wegeverbindungen zum Aussichtsteg bilden einen grünen Retentionspark mit vielen neuen Bäumen vor der Kirche St. Antonius aus. Dadurch wird die ursprüngliche Konzeption des Neuland-Parkes gewürdigt und überzeugend bis zur Kirche St. Antonius fortgeführt.
Die städtebauliche Struktur erzeugen zudem eine grüne Fuge, zwei halboffene Innenhöfe und ein Platz, der insbesondere den Bunker an den Kreuzhof anbindet. Die entstehenden Freiräume sind in ihren Proportionen angemessen und bieten eine gute Orientierung. Lediglich der Platz vor dem Bunker erscheint etwas überdimensioniert, was allerdings durch die dichte Baumpflanzung kompensiert wird.
Die Wegeverbindung vom bzw. zur relativ weit entfernten Quartiersgarage wirkt unentschlossen und kompliziert. Insbesondere dadurch erhält das neue BuisenessQuartier keine adäquate Adresse an der Hauptstraße.
Die Bestandsbäume des Quartiers werden weitestgehend erhalten. Maßnahmen zum Hitzeschutz, zur Entsiegelung und zum Regenwassermanagement sind in den unterschiedlichen Räumen durch viele Baumpflanzungen, Grünflächen und Retentionsmulden getroffen. Die Nutzungsangebote der Freiräume reagieren folgerichtig auf die SEVESO Thematik.
Fazit
Insgesamt stellen die Entwurfsverfasser ein gelungenes städtebaulich-freiraumplanerisches Konzert dar. Bezüglich der Dichte, der mangelnden Adressbildung und Wegebeziehung an der Hauptstraße, und den vergleichsweise kleinen Nutzungseinheiten je Etage bleiben beim Preisgericht Zweifeln an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit.



