2. Platz

Konermann Siegmund Architekten BDA Stadtplaner
Hamburg

Georg Konermann-Dall (Architektur), Ingo Siegmund (Stadtplanung)

Mitarbeitende: Jelle Jacobsen, Matthias Bade

Trüper Gondesen und Partner mbB/ TGP Landschaftsarchitekten BDLA
Lübeck

Tonio Trüper

Mitarbeitende: Sevin Akin, Barbara Korsten

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

Die grundsätzliche städtebauliche Haltung und die Idee, einen »Park am Bunker« als grüne Mitte und identitätsstiftende Adressefür das BusinessQuartier zu entwickeln, wird von der Jury positiv gewürdigt. Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Freiraumkorridor formuliert an der Hauptstraße eine überzeugende Auftaktsituation im Umfeld der Bürgerhalle und spannt sich bis zum Bunker im Norden auf, der durch eine zentrale räumliche Ausweitung geschickt eingebunden ist und eine angemessene Präsenz entfalten kann.

Ein zentrales Element des Entwurfs ist das städtebauliche Rückgrat entlang der höher gelegenen Geländekante am Kreuzhof. Hier werden fünf gleichartige, quadratische Baukörper nördlich der Bürgerhalle platziert. Diese Struktur erscheint hinsichtlich Erschließung – mit einem zentralen Kern – funktional, flexibel und gut umsetzbar. Die Adressbildung der Gebäude orientiert sich zur »Grünen Mitte«. Aufgrund der Topografie und der Höherlage des Kreuzhofs entsteht jedoch eine gewisse Unschärfe bei der konkreten Erschließungssituation.

Dem Rückgrat vorgelagert liegt ein durchgängiger, gut proportionierter Freiraum, der von Süden nach Norden einsehbar ist. Er verbindet funktional sämtliche Nutzungen – Bürovolumina, Bunker und soziale Wohnnutzung – miteinander. Ergänzt wird das Gebäudeensemble durch zwei weitere, im Verbund gesetzte Bauvolumen. Diese erscheinen aus Sicht des Preisgerichts in ihrer Platzierung nicht schlüssig, insbesondere im Bereich nördlich des Pumpwerks, wo eine sehr hohe städtebauliche Dichte entsteht. Kritisch bewertet wird zudem die formale Setzung einer diagonalen »Schnittkante« der Baukörper entlang des Bumerangwegs. Diese stört die Sichtbeziehung zur St. Antonius Kirche erheblich und hebt sie nahezu vollständig auf.

Kontrovers diskutiert werden die Anbindung der Quartiersgarage sowie die bis zur Hauptstraße geführte Niederfeldstraße. Der daraus resultierende schräg angeschnittene Baukörper der Garage sowie die angrenzenden Gebäude erzeugen Unstimmigkeiten im stadträumlichen Gefüge.

Freiraum
Die »Pocketgärten« und Quartiersplätze strukturieren gemeinsam mit der Grünen Mitte die Abfolge der Baukörper nachvollziehbar. Entlang des Kreuzhofs wird jedoch eine gewisse Monotonie diskutiert. Während die verbindende Kraft der Grünen Mitte in Nord-Süd-Richtung positiv beurteilt wird, bleibt die wichtige grünräumliche Verbindung zwischen Rhein und Neuland-Park über den Antoniussteg und den Bumerangweg unzureichend gelöst. Die baulichen Setzungen wirken hier eher als Barriere denn als stadträumliches Bindeglied.
Die vorgeschlagenen Nutzungen in der Grünen Mitte – stark auf Aufenthalt ausgerichtet – sind grundsätzlich wünschenswert, aber im Hinblick auf die SEVESO Richtlinie an dieser Stelle wohl so nicht realisierbar. Die vorgesehene Wasserfläche wirkt in diesem Zusammenhang überambitioniert, und auch der großflächige Holzsteg, ausgerichtet nach Nordosten, kann seine Aufenthaltsqualitäten nur eingeschränkt entfalten.

Fazit
Das städtebauliche Grundgerüst des Entwurfs wirkt insgesamt robust, allerdings etwas zu gleichförmig und monoton. In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit schätzt die Jury den Entwurf aufgrund der Wiederholbarkeit der Baukörper und der gewählten BGF im mittleren bis oberen Bereich als tendenziell wirtschaftlich ein. Insgesamt ist die Arbeit ein guter Beitrag.

Nach oben scrollen